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Antwort der Redaktion:
Hallo,
die Frage der Geheimhaltung wurde so gelöst, dass die Bauarbeiter über die Erstellung von Schutzräumen für das THW (zugeordnet der Bundesschule Marienthal) informiert wurden. Die Personalfluktuation war hoch, ein Austausch der Bauarbeiter fand in der Regel alle sechs Monate statt - teils gingen diese von sich aus, teilweise wurden sie durch ihre Unternehmen neuen Baumaßnahmen zugeordnet. Somit nahmen sie nur ein geringes Wissen um die Baumaßnahme mit. Außerdem wurden nur kleine Einzelpläne zum individuellen Bauplatz vergeben, damit ein Überblick über die gesamte Baumaßnahme nicht möglich sei. Die Unternehmensführungen waren durchaus informiert - nicht zuletzt mit Blick auf die Verantwortung, die sich mit der Auftragsannahme verband. Sie wurden zur Verschwiegenheit verpflichtet und durften auch nach Bauende keine Informationen zum Bau an Dritte geben.
Der Personenkreis für den Belegungsfall war ab 1960 definiert, wenn auch die Stärken in den Folgejahren ständig verändert wurden. Jedes Ministerium stellte Arbeitsstäbe zusammen, die zwischen 15 (Arbeitsministerium) und 187 (Bundesinnenministerium) betrugen. Darüber hinaus sollten alle Minister, Staatssekretäre, die Mitglieder des Gemeinsamen Ausschusses (darüber hinaus aber keine weiteren Bundestagsmitglieder) einrücken, ebenso die Spitzen wichtiger Bundesbehörden wie Bundesbank, Bundesverfassungsgericht oder Bundesarchiv - alle ohne ihre Familien. Kleiner Trost für den Rest "da draußen": Die Bundesschuldenstelle mit Sitz in Bad Homburg wurde aus den Belegungsplänen durch das BMI gestrichen. Die Bevölkerung wäre also größtenteils tot, aber schuldenfrei ...
Antwort der Redaktion:
Hallo,
so merkwürdig es klingen mag, aber dem Bund war die Möglichkeit des Verlassens der Anlage - nach welchem Ernstfallszenario auch immer - sehr wichtig. Das spiegelt sich bereits in den Entwurf-Vorgaben der Hauptzugänge aus dem Jahr 1959 wider, die in jedem Fall wieder geöffnet werden sollten. Wären diese Bereiche zerstört worden und unpassierbar, gab es noch die Möglichkeit, über die großen Notausgänge den Bunker zu verlassen. Außerdem waren für den Ostteil sämtliche Belüftungsschächte in ihrer Steigung so angelegt, das sie als weitere Notausstiege über Treppen und Leitern genutzt werden konnten. Eine Lösung, die es im Westtunnel zwar auch gab, die aber wegen der teilweise 60 Meter senkrecht zur Erdoberfläche führenden Belüftungsschächte sportliche Höchstleistung und Schwindelfreiheit voraus gesetzt hätte. Ingesamt gab es über alle 38 Außenbauwerke die Möglichkeit, den Ausweichsitz zu verlassen. Die letzte Hürde über Tage wäre ein kompliziertes Hebelsystem an den Türen der Außenbauwerke gewesen, das sich ausschließlich per Hand und nur von Innen öffnen ließ.
Die unterirdische Verbindung nach Bonn ist das wohl populärste Bunkergerücht, das sich hartnäckig hält. Definitiv: Es gibt sie nicht. Wenn auch, so Architekt Dr. Hans Walter, zu Beginn des Bunkerbaus kurz darüber nachgedacht wurde. Die Idee kam dann aber aus Kostengründen und der zeitlich langfristigen Umsetzung sehr schnell wieder vom Tisch.
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Christine
08 August 2008 08:42
Hallo, wir würden diesen Bunker liebend gerne besichtigen, nachdem ich schon vor Jahren gehört habe dass es ihn irgendwo unter den Hügeln gibt - wo und wie können wir uns dazu anmelden? Wir wohnen nicht in Bonn aber haben vor das Wochenende 15-17.Aug zu einem Ausflug nach Bonn zu nutzen. Danke!
Volker Jesch
01 Juli 2008 13:04
Wie konnte diese Bunkeranlage nur so lange geheim gehalten werden ?
Mußten sich die an dem Bau beteiligten Firmen in irgend einer Art und Weise verpflichten, hierüber keine Informationen an Dritte weiterzugeben ?
Im übrigen würde mich interessieren, nach welchen Kriterien im Ernstfall die Personen ausgewählt worden wären, die in der Bunkeranlage Zuflucht erlangt hätten.
Mußten sich die an dem Bau beteiligten Firmen in irgend einer Art und Weise verpflichten, hierüber keine Informationen an Dritte weiterzugeben ?
Im übrigen würde mich interessieren, nach welchen Kriterien im Ernstfall die Personen ausgewählt worden wären, die in der Bunkeranlage Zuflucht erlangt hätten.
Hallo,
die Frage der Geheimhaltung wurde so gelöst, dass die Bauarbeiter über die Erstellung von Schutzräumen für das THW (zugeordnet der Bundesschule Marienthal) informiert wurden. Die Personalfluktuation war hoch, ein Austausch der Bauarbeiter fand in der Regel alle sechs Monate statt - teils gingen diese von sich aus, teilweise wurden sie durch ihre Unternehmen neuen Baumaßnahmen zugeordnet. Somit nahmen sie nur ein geringes Wissen um die Baumaßnahme mit. Außerdem wurden nur kleine Einzelpläne zum individuellen Bauplatz vergeben, damit ein Überblick über die gesamte Baumaßnahme nicht möglich sei. Die Unternehmensführungen waren durchaus informiert - nicht zuletzt mit Blick auf die Verantwortung, die sich mit der Auftragsannahme verband. Sie wurden zur Verschwiegenheit verpflichtet und durften auch nach Bauende keine Informationen zum Bau an Dritte geben.
Der Personenkreis für den Belegungsfall war ab 1960 definiert, wenn auch die Stärken in den Folgejahren ständig verändert wurden. Jedes Ministerium stellte Arbeitsstäbe zusammen, die zwischen 15 (Arbeitsministerium) und 187 (Bundesinnenministerium) betrugen. Darüber hinaus sollten alle Minister, Staatssekretäre, die Mitglieder des Gemeinsamen Ausschusses (darüber hinaus aber keine weiteren Bundestagsmitglieder) einrücken, ebenso die Spitzen wichtiger Bundesbehörden wie Bundesbank, Bundesverfassungsgericht oder Bundesarchiv - alle ohne ihre Familien. Kleiner Trost für den Rest "da draußen": Die Bundesschuldenstelle mit Sitz in Bad Homburg wurde aus den Belegungsplänen durch das BMI gestrichen. Die Bevölkerung wäre also größtenteils tot, aber schuldenfrei ...
Alexander Klotzsche
29 Juni 2008 18:45
Mich interessiert wie man den Bunker im Ernstfall später verlassen hätte wenn doch die zahlreichen Verschüttungsbreiche zerstört gewesen wären...? Und gab es eine unterirdische Verbindung nach Bonn oder ist das nur Legende?
Hallo,
so merkwürdig es klingen mag, aber dem Bund war die Möglichkeit des Verlassens der Anlage - nach welchem Ernstfallszenario auch immer - sehr wichtig. Das spiegelt sich bereits in den Entwurf-Vorgaben der Hauptzugänge aus dem Jahr 1959 wider, die in jedem Fall wieder geöffnet werden sollten. Wären diese Bereiche zerstört worden und unpassierbar, gab es noch die Möglichkeit, über die großen Notausgänge den Bunker zu verlassen. Außerdem waren für den Ostteil sämtliche Belüftungsschächte in ihrer Steigung so angelegt, das sie als weitere Notausstiege über Treppen und Leitern genutzt werden konnten. Eine Lösung, die es im Westtunnel zwar auch gab, die aber wegen der teilweise 60 Meter senkrecht zur Erdoberfläche führenden Belüftungsschächte sportliche Höchstleistung und Schwindelfreiheit voraus gesetzt hätte. Ingesamt gab es über alle 38 Außenbauwerke die Möglichkeit, den Ausweichsitz zu verlassen. Die letzte Hürde über Tage wäre ein kompliziertes Hebelsystem an den Türen der Außenbauwerke gewesen, das sich ausschließlich per Hand und nur von Innen öffnen ließ.
Die unterirdische Verbindung nach Bonn ist das wohl populärste Bunkergerücht, das sich hartnäckig hält. Definitiv: Es gibt sie nicht. Wenn auch, so Architekt Dr. Hans Walter, zu Beginn des Bunkerbaus kurz darüber nachgedacht wurde. Die Idee kam dann aber aus Kostengründen und der zeitlich langfristigen Umsetzung sehr schnell wieder vom Tisch.
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